Archiv der Kategorie: Grundsätzliches

Artikel zu Fliegen / Digitalisierung und Klimaschutz

Wie Digitalisierung das Klima belastet: IT-Wachstum konterkariert Klimaschutzbemühungen

Vernetzte Technik und die Infrastruktur dahinter sind Energiefresser – bald könnten sie mehr Treibhausgas-Emissionen verursachen als der private Straßenverkehr.

Fliegen ist zu billig

Die Vielfliegerei ist zum Lifestyle der modernen Menschen geworden – und für das Klima zur Belastung. Man weiss, wie schädlich das Fliegen ist, und tut es trotzdem. Und jetzt soll die Politik einen Ausweg aus dem Gewissensdilemma offerieren.

 

 

Irrwege und Lösungen im Klimaschutz

Leider verdienen nach wie vor zu viele Interessensgruppen Geld an ineffizientem Klimaschutz. Bessere Konzepte sind seit Jahren auf dem Tisch – eigentlich ein alter Hut. Angesichts der Schülderemos für besseren Klimaschutz kurz einige Beiträge zu diesem Themenkomplex (oder: Was ist eigentlich „besserer Klimaschutz?“:

  • Hier ein Bericht zum Besuch des Wachstumskritikers Niko Paech bei uns in Heidelberg und Mannheim (er war bei uns Anfang Februar zu Besuch): Prof. Paech erklärte den Anwesenden – v,a, Schülerinnen und  Schülern – einleuchtend, dass Kritik am missratenen Klimaschutz zuerst einmal Kritik am eigenen Lebensstil ist. Fossile Treibhausgasemissionen entstehen weil wir diese für unseren Lebensstil und Konsum freisetzen. Das Grundkonzept der deutschen Klimaschutzpolitik (=Energiewende) beruht nicht etwa auf einer Reduktion dieses Verbrauchs – sondern auf der These man könne Klimaschutz durch „Grünes Wachstum“ erzielen… also weitermachen wie bisher. Nur technisch schlauer und deshalb ohne Emissionen. GRÜNE, SPD und CDU halten nach wie vor am Konzept eines nachhaltigen, umweltverträglichen Wachtums fest: Die alte „böse“ fossile Technik muss bekämpft (von Claudia Kepfert gar zum „Fossilen Imperium“ finsterer Mächte   stilisiert)  und nur durch  grüne, regenerative, smarte Technik wie Windräder und E-Autos ersetzt werden – was Prof. Paech sehr anschaulich als Illusion und Lebenslüge der Energiewende entlarvte. Paech machte in seinen Vorträgen auch deutlich, dass der Odenwald als Naturregion erhalten und vor Windkraft bewahrt werden müsse. Übrigens möchten nach einer Umfrage des Bundesumweltministeriums (laut Tagesspiegel) 75% der Jugendlichen nicht auf Flugreisen verzichten  – es gibt also noch viel zu tun auf den Schülerdemos… .
  • In diesem FAZ Artikel Der Kohlekompromiss, ein Irrweg“ erinnert das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung daran, dass sich durch den Kauf und die Stillegung von EU-CO2 Zertifikaten mit einem Volumen von 3 Mrd EUR die für den deutschen Klimaschutzbeutrag angestrebten 150 Mio Tonnen CO2 pro Jahr noch realisieren liessen! Doch statt dessen werden weiter jährlich mehr als 26 Mrd EUR Förderung an die Ökostrom-Lobby ausgezahlt – und dank Kohlekomission bis 2038 zusätzlichnoch insgesamt 100 Mrd EUR an die Kohle ausgeschüttet. Ohne dass hierdurch die Minderung der CO2 Emissionen bis 2020 um 150 Mio t/ Jahr erreicht wird, versteht sich. Denn was gerne übersehen wird: Die planwirtschaftlich aufgegleiste „Energiewende“ frisst zwar enorme Ressourcen  und zerstört Natur, quält Anwohner und verteilt Geld innerhalb der Bevölkerung von unten nach oben – doch dem Klimaschutz hat das alles in den letzten 10 Jahre herzlich wenig gebracht. Es ist atemberaubend wie einerseits jede Steigerung der jährlichen Ökostrommenge bejubelt und zu einem Beitrag zum Klimaschutz verklärt – und gleichzeitig übersehen wird dass der Strom schwer nutzbar ist weil er nicht dann entsteht wenn er gebraucht wird. Und deshalb eben nicht –  wie die Schönrechnerei glaubhaft machen möchte – Windstrom dann Kohlestrom ersetzt und die Emissionen senkt. Gerade die jüngere Generation die gerade erstmals auf die Straßen geht dürfte nicht wissen dass die deutschen CO2 Emissionen von 1990 bis 2010 jedes Jahr sanken und Deutschland damals den Ruf eines Klimaschutzvorreiters hatte  (wohlgemerkt ohne Zutun durch die  „Energiewende“). Und ausgerechnet mit der „beschleunigten Energiewende“ nach 2010 schossen zwar dank üppiger Ökostromförderung die Windräder aus dem Boden  –doch die CO2 Emissionen sanken nicht mehr und Deutschland verfehlt seither trotz seiner EEG Windkraft-Förderung (bzw. deswegen) Jahr für Jahr seine internationalen Klimaschutzverpflichtungen stärker!  Nochmal: Trotz des massivem Zuwachs an regenerativen Stromerzeugungskapazitäten sinken die CO2 Emissionen im Stromsektor (!) nicht– und das bei gleichbleibendem Stromverbrauch und seit August 2011 nahezu gleich bleibender AKW-Stromproduktion. Die Logik der „Energiewende“, man müsse einfach nur die „gute, grüne, nachhaltige Technik“  durch Milliardensubventionen im Rahmen einer Industrieförderung begünstigen und schon würden diese die „böse, fossile Technik“ vom Markt verdrängen (s.o.) ist zwar populär (und deshalb politisch erfolgreich) hat sich aber klar als Illusion erwiesen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt dass der Anteil der Windkraft am Endenergieverbrauch nicht einmal 4% beträgt. Weshalb jetzt der erste misslungene planwirtschaftliche Eingiff den nächsten nach sich zieht: Mit noch mehr Geld die Kohlekraftwerke entschädigen – obwohl das gleiche Ergebnis bereits durch einen vergleichsweise geringen Anstieg der CO2 Zertifikate (mit Einnahmen und nicht Ausgaben für den Staat!) erreicht werden würde. Und dass ohne zu wissen woher der Strom kommen soll, wenn der Wind nicht weht (bzw. Polen und Tschechen wissen, dass sie dann mit ihren Kohlekraftwerken einspringen werden – und die Kosten des Baus von Speichern schreckt selbst den Grünen Energiewende-Thinktank AGORA ab.. von den Überlegungen zu Speichern von echten EEG-Kritikern wie Hans-Werner Sinn mal ganz zu schweigen). Dieses seit nun fast 10 Jahren anhaltende klimaschutzpolitische Desaster hindert aber GRÜNE, CDU und SPD nicht daran diese Art der Industrieförderung beizubehalten ( – anstatt sich darauf zu entsinnen, dass wir bereits seit 2003 eine gemeinsames europäisches Klimaschutzpolitisches Instruent haben: Eine Bepreisung von CO2 Emissionen. Doch Deutschland hinterteibt diesen europäischen Ansaltz lieber und treibt weiter seine antieuropäische, planwirtschaftliche Industriepolitik. Bemerkenswert ist dass sich die „Klimaschutzpolitik“ der GÜNEN grundsätzlich  nicht von der der beiden Regierungsparteien unterscheidet – nur dass die GRÜNEN die verfehlte Industrieförderpolitik noch radikaler betreiben wollen. Auf die seit Jahren auf dem Tisch liegenden Lösungsvorschläge der Expertenkommission zum Monitoring der Energiewende hört niemand …die oben verlinkten Grafiken stammen größtenteils aus der Stellungnahme dieser Expertenkommission zum sechsten Monitoring-Bericht der Bundesregierung für das Berichtsjahr 2016.
  • In diesem Artikel wird nochmal die Idee vorgestellt wie man zusätzlich zum CO2 Emissionhandel eine CO2 Steuer auch für die anderen Sektoren gestalten könnte – bei ersatzloser Streichung des EEG versteht sich. Der entscheidende Gedanke besteht darin den Bürgern die EInnahmen der CO2 Steuer zukommen zu lassen – und dadurch einerseits soziale Härten zu vermeiden und andererseits die notwendige Akzeptanz in der Bevölkerung für eine derartige Steuer zu erlangen
  • Und hier stellt der Baden-Württembergische Umweltminister Untersteller seine Pläne vor, wie er eine CO2-Steuer gerne pervertieren würde – indem man die Steuereinnahmen eben nicht an die Bürger weitergibt sondern an die GRÜNE Industrie-Lobby auszahlt.  Die Umverteilung von unten nach oben soll also ausgeweitet werden. Denn dank EEG finanziert auch der Harz IV Empfänger gnadelos über seine Stromrechnung die Windkraftbeteiligung seines Zahnarztes.   Ohne Worte …
  • Und zum Abschluss noch eine schöne Rezension zum Odenwald Dokumentarfilm „End of Landschaft“

 

DLR Studie: Windkraft und Insektensterben

Eine bemerkenswerte (Literatur-) Studie von Dr. Franz Trieb vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) befasst sich mit der Gefahr von Windkraft für Insekten..:

„Die aktuelle Diskussion über einen Rückgang der Fluginsekten sowie Berichte über Effizienzverluste von Windkraftanlagen aufgrund von Verschmutzungen der Rotorblätter mit Insektenresten legen eine Überprüfung beider Phänomene bezüglich eines möglichen Zusammenhangs nahe. Erste Recherchen ergaben, dass ausgewachsene, flugfähige Insekten kurz vor der Eiablage in großen Schwärmen hohe, schnelle Luftströmungen aufsuchen, um sich vom Wind zu entfernten Brutplätzen tragen zu lassen. Die Jahrmillionen alten Pfade, die sie dabei nutzen, werden seit etwa 30 Jahren zunehmend von den Rotoren großer Windkraftanlagen gesäumt, deren Rotorblätter mit Blattspitzengeschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern die Luft durchschneiden, wobei eine bisher unbekannte Menge an Fluginsekten verletzt wird….“ Weitere Informationen hier

Die Studie kommt auf auf eine geschätzte Hochrechnung von 3600 t Insekten die pro Jahr an Windkraftanlagen verenden (würden, …wenn es denn heute noch so viel gäbe wie um da Jahr 2003 .. siehe S.25). Wieviele getötete Insekten sind 3600 t? Umgerechnet auf das Gewicht von Bienen wären das überschlägig 450 Milliarden – pro Jahr! (Danke für den Hinweis)

  • Die Studie zum Download hier
  • Hier eine US Studie: Leistungsverlusten bei WKA durch Insektenkrusten
  • Bereits 2001 fiel übrigens auf, dass Windräder durch eine Kruste toter Insekten einen Leistungsverlust von bis zu 50% hatten. Siehe z.B. hier

Kurze Chronologie zur Zerstörung des Natur- und Landschaftsschutzes im Odenwald

Obwohl der Odenwald seit 2015 als UNESCO Park Weltkulturerberang [1] erhalten hat sind Natur- und Landschaft dort heute schlechter geschützt als jemals zuvor. Die Gründe dafür sind auf 4 Ebenen zu finden:

  1. Systematische Abschaffung des Natur- und Landschaftsschutzes im Odenwald durch Gesetzesänderungen, Erlasse und Verordnungsänderungen in den letzten Jahren
  2. Eine haarsträubende, rechtlich höchst umstrittene Genehmigungspraxis des Regierungspräsidiums Darmstadt im Odenwald
  3. Eine „Blindheit“ der Naturschutzverbände bei Naturzerstörungen durch regenerative Energieerzeugung. Ursache dafür ist nicht zuletzt eine enge personelle Verflechtung bei Interessen aus Naturschutz, Politik und Windkraftlobby
  4. Generelle Mängel und Schwächen des Naturschutzes, die von der Windkraftlobby im Odenwald konsequent für die eigenen Interessen genutzt wird

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Kommentar von Vernunftkraft Odenwald: Krieg gegen die Landbevölkerung

In Windeseile tritt nun ein wogegen wir seit Jahren Kämpfen: Die Industrialisierung und Zerstörung des Naturparks Odenwald.

Vernunftkraft Odenwald hat einen ausgiebigen Kommentar zur aktuellen Lage im Odenwald veröffentlicht:

Krieg gegen die Landbevölkerung?
Im Odenwald brechen zur Zeit alle Dämme

 

Greiner „Lärmfeuer“: Kein Feuer mehr aber statt dessen ein „prächtig illuminieres“ Windrad

Echt jetzt? Unglaublich aber wahr – die Realität ist oft grotesker als man sie sich in seinen wildesten Phantasien ausmalen könnte:

Bei Gefahr stiegen die Odenwälder einst auf die Bergspitzen und entzündeten Signalfeuer um die Bevölkerung der Umgebung zu warnen. Anknüpfend an diese sogenannten „Lärmfeuer“ hat sich im Odenwald in vielen Dörfen die schöne Tradition entwickelt einmal im Jahr auf dem Berg ein solches Feuer zu entzünden. Doch die Berggipfel werden mit Windkraftanlagen bestückt und die Tage des Lärmfeuers sind gezählt wie man nun im kleinern Dorf Grein bei Schönau sieht:

Das traditionelle Odenwälder „Lärmfeuer“ soll nun in Grein ohne Feuer stattfinden (!?!) …denn statt dessen soll eines der Windräder „prächtig Illuminiert“ werden…

https://www.rnz.de/nachrichten/region_artikel,-neckarsteinach-wanderschutzhuette-im-windpark-_arid,344996.html

Ich seh sie schon vor mir, die beglückten Kinderlein, wie sie statt in ein knisterndes Feuer zu schaun andächtig um das prächtig und nachhaltig (bei Wind) illuminierte Windrad stehen.

Baustopp ignoriert: Naturschutzinitiative erstattet Anzeige gegen Windkraftbetreiber

Die Politik der vollendeten Tatsachen der Windkraftbetreiber wird nicht nur im Odenwald praktiziert. Im Kreis Siegen-Wittgenstein wurden sogar die gerichtlichen Anordnungen ignoriert. Gut, dass es die Naturschutzinitiative e.V. gibt.. sie hat Anzeige erstattet. Hier die Pressemitteilung:

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Neue Infraschall Studie: Störsender fürs Herz

Eine Arbeitsgruppe der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Unimedizin Mainz  legt Ergebnisse eines Forschungsprojekts über die Beeinträchtigung des Herzmuskels durch Infraschall vor. Ein lesenswertes Interview mit dem Initiator der Arbeit – HTG-Direktor Professor Christian-Friedrich Vahl – erschien am 5.3.2018 in den Mainzer Nachrichten:

UNESCO Park Odenwald: Den Bock zum Gärtner gemacht?

Nicht nur in Leserbriefen wurde die Anstellung von Dr. Stefanie Fey zum 1.1.2018 als neue Geschäftsführerin des UNESCO Geo-Naturparks Odenwald-Bergstraße kritisiert. Denn was in den verschieden Medienberichten zu ihren Antrittsbesuchen nicht zu lesen war:  Frau Fey war ab 2007 bei dem Darmstädter Energieversorger HEAG für Energiethemen zuständig. HEAG heißt seit 2015 ENTEGA und ist im Odenwald für die im Naturschutz umstrittensten WKA Projekte bekannt (!!!). Derzeit legt ENTEGA sogar die Unverfrohrenheit an den Tag neue WKA sogar innerhalb von europäischen Vogelschutzgebieten voranzutreben. Weiterlesen