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Premiere „End of Landschaft“ in Beerfelden – Standing Ovations für den Regisseur

Hier ein Bericht des ehemaligen Landrates des Odenwaldkreises und Mitglied der Bürgerinitiative Gegenwind Beerfelden-Rothenberg Horst Schnur (SPD) zur Premiere von „End of Landschaft“ in Beerfelden.

Beeindruckende Filmvorführung über Landschaftszerstörung im Odenwald

Der Kinofilm „End of Landschaft – wie Deutschland sein Gesicht verliert“ brachte so viele Zuschauer nach den Vorführungen in Erbach nun auch in die Alte Turnhalle Beerfelden, dass sie restlos ausgebucht war und kein Stuhl frei blieb. Der sehr eindrucksvolle fast zweistündige Film berührte die Menschen so stark, dass sie auch mit Zwischenapplaus nicht sparten und dem Produzenten Jörg Rehmann am Schluss lange stehend applaudierten. Eingangs hatte der Veranstalter Peter Geisinger von der Initiative „Vernunftkraft“ gemeinsam mit dem Produzenten Erläuterungen zum Film gegeben, wobei die aktuellen Genehmigungen von Windindustrieanlagen auch beschrieben wurden.

Vernunftkraft geht davon aus, dass nach der Landtagswahl die bereits auf den Schreibtischen der Genehmigungsbehörde in Darmstadt liegenden Bauanträge zügig unterschrieben werden.
Am Schluss der Veranstaltung ergriff Bürgermeister Christian Kehrer das Wort und erklärte unter anhaltendem Applaus der Besucher, dass er mit dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung gegen den Bau von Windindustrieanlagen in der Oberzent eingetreten ist und weiterhin eintreten werde. Die Stadt Oberzent wird keine Durchfahrerlaubnis für die Transporte zu den geplanten Standorten der Rotoren erteilen und kein Einvernehmen zu Zuwegungen aller städtischen Flächen erteilen. Die Stadt sei sogar bereit, den angedrohten Klageweg in Kauf zu nehmen.
Die Bürgerinitiative Gegenwind-Beerfelden-Rothenberg war sowohl von der Erklärung des Bürgermeisters als auch von der Stimmung im Saal beeindruckt, aus der zu erkennen war, dass die Bevölkerung darüber enttäuscht ist, dass die politischen Verantwortungsträger auf allen Ebenen des Staates bis auf wenige Ausnahmen keine Rücksicht nehmen auf die Bedenken der Bevölkerung. Eine derartige Staatsverdrossenheit war aus vielen Äußerungen zu entnehmen und ist so in Deutschland bisher nicht erlebt worden. Die im Film dokumentierten Aussagen der jetzigen hessischen Landesspitze, dass keine Windräder gegen den Willen der Bevölkerung gebaut werden, wurde mit höhnischem Gelächter im Saal kommentiert.
Die Besucher stimmten in den Gesprächen im Saal den kritischen Bürgerinitiativen „Gegenwind“ zu, dass die Zerstörung der Landschaft im Odenwald durch Windindustrie im ländlichen Raum keinen wirtschaftlichen Nutzen bringe und keine Arbeitsplätze schaffe, was gerade zur Zukunftsentwicklung der neuen Stadt Oberzent von dringender Notwendigkeit sei. Stattdessen werden die Wälder im Odenwald zu Spekulationsobjekten auf Subventionsbasis, die die Erträge aus den Taschen der kleinen Leute des Mittelstandes ziehe und in die Töpfe der großen Kapitalunternehmen transferiere, ohne einen Nutzen für das Gemeinwohl sowie die lokale Ökonomie zu hinterlassen. Der politisch gesteuerte Prozess ohne Bürgerbeteiligung und mit der Entmündigung der Kommunalpolitik entspreche nicht den Prinzipien der Demokratie, sondern den Strukturen des Kolonialismus.
Bereits jetzt werde, so stellen die Bürgerinitiativen fest, gegen das in der bevorstehenden Volksabstimmung vorgesehenen Staatsziels in Art. 26 b verstoßen, wo es heißt: „Die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen stehen unter dem Schutz des Staates und der Gemeinden.“ Nach diesem Staatsziel sei der Staat und die Gemeinden im Rahmen ihrer Zuständigkeit und Leistungsfähigkeit verpflichtet, „zur fortlaufenden Beachtung ihr Handeln nach ihnen auszurichten.“ Staatsziele zu formulieren und in der Verfassung des Landes Hessen festzuschreiben und sich andererseits nicht danach zu richten, sei politisch verwerflich, stellen die Akteure der Bürgerinitiative fest.

Für Donnerstag, 25. Oktober, werden die Bürger von den Bürgerinitiativen aufgerufen, gegen die Industriealisierung des Waldes zu demonstrieren, indem sie ab 19:00Uhr an ihrem jeweiligen Rathaus ein Licht entzünden wollen.

Horst Schnur

Geburtstags-interview mit Horst Schnur (Landrat a.D. des Odenwaldkreises

Am 1.3. wird Horst Schnur (ehemaliger Landrat des Odenwaldkreises) 75 Jahre. Rettet den Odenwald gratuliert recht herzlich. Horst Schnur engagiert sich seit Jahren im Ruhestand gegen den weiteren Ausbau der Windkraft im Odenwald. Er stimmte bei der Regionalversammlung Südhessen als einziges SPD Mitglied gegen den Windkraft-Regionalplan.

Interview bei ECHO online: Horst Schnur: „Mein Bein lahmt, aber das Maul geht“ Weiterlesen