WELT Kommentar: Energiewende – das Schlimmste steht uns noch bevor

In der WELT erschien am 10.6.2016 ein lesenswerter Kommentar von Daniel WETZEL: Er liegt mit seiner Argumentation  in wesentlichen Punkten auf der Linie, die RETTET DEN ODENWALD seit Jahren zu der Frage „Windkraft und Klimaschutz“ vertritt.

“ Bundesregierung und grüne Opposition hatten im Gesetzgebungsverfahren bislang stets betont, es gehe darum, mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Beschlüssen der Weltklimakonferenz von Paris gerecht zu werden. […]. Ein Blick auf die Zahlen weckt allerdings Zweifel daran, ob dieses Ziel mit dem EEG erreicht werden kann. Denn das zentrale Gesetz zur Umsetzung der deutschen Energiewende ist ein reines Stromwendegesetz. Es bewirkt vor allem eine umlagefinanzierte Subvention von Wind- und Solarstromproduzenten in Höhe von rund 25 Milliarden Euro pro Jahr.

Für diese gewaltige Summe wurde bemerkenswert wenig erreicht: Solarstrom deckt heute erst ein Prozent des deutschen Energiebedarfs. Und trotz einer regional hohen Belastung der Bevölkerung mit den deutschlandweit rund 26.000 Rotortürmen kommt Windstrom erst für 2,4 Prozent der deutschen Energienachfrage auf. Auf dem Weg zur Dekarbonisierung mittels Ökostrom wurden also erst Trippelschritte zurückgelegt.“

Die Debatte um die Energiewende basierte jahrelang auf der Illusion, dass es mit möglichst viel Ökostrom getan sei. Bestärkt wurde dieser Glaube in der Öffentlichkeit von einer selektiven öffentlichen Statistik, die stets nur den Anteil grüner Energie am deutschen Stromverbrauch vorrechnete.

Da sahen die in wenigen Jahren erreichten 30 Prozent eindrucksvoll aus. Der Weg zu den vollen 100 Prozent schien überschaubar zu werden. Doch die Tatsache, dass der Stromsektor nur für ein Fünftel des deutschen Endenergieverbrauchs steht, wurde dabei völlig ausgeblendet.“ […] „Allein die Wärmeversorgung Deutschlands benötigt derzeit 1200 Terawattstunden Energie, das übersteigt den deutschen Stromverbrauch um das Doppelte. Die Ökostromer liefern heute erst rund 200 Terawattstunden.“

„Niemand sollte sich deshalb der Illusion hingeben, dass bei der Energiewende quasi das Schlimmste schon hinter uns liege. Das eigentliche, in Paris gefeierte Ziel heißt Dekarbonisierung, und die bisherige Energiewendepolitik hat Deutschland diesem Ziel kaum näher gebracht.

Der radikale Wandel in der Art, wie wir leben und wirtschaften, steht noch bevor. Zwei Wege sind denkbar: noch mehr gesetzliche Klimaregulierungen, Vorgaben und Verbote; und noch höhere Steuern, Abgaben und Umlagen.

Die Alternative besteht darin, den ineffizienten Staatsinterventionismus zu beenden und konsequenter auf das bereits erprobte Instrument des Emissionshandels zu setzen. Der freie Handel mit CO2-Rechten ersetzt die erfolglose Planwirtschaft in der Energie- und Klimapolitik durch alle Vorteile einer Marktwirtschaft, in der allein Ideen und menschlicher Erfindungsgeist gedeihen können.

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