Heidelberg: Stadt versucht mit Bürgerentscheid Windpark gegen europäisches Naturschutzrecht durchzudrücken

Demokratie bedeutet nicht, dass drei Wölfe und zwei Schafe über das Abendessen abstimmen. Ohne Rechtsstaat und dem Respekt vor dem Recht keine Demokratie!

Was das mit Windkraft in der Postkartenkulisse des Heidelberger Schlosses zu tun hat?

Der vom Heidelberger OB Würzner forcierte und von Grünen, SPD und Linken unterstützte Bürgerentscheid am 12.7.2026 missachtet die Regionalplanung und höherrangiges Naturschutzrecht: Obwohl genügend naturverträglichere Windkraftflächen in der Regionalplanung sind und der Lammerskopf im Planungsprozess explizit aus Naturschutzgründen als Standort abgelehnt wurde, will Heidelberg nun trotzdem dieses Natura 2000 Schutzgebiet als Windindustriegelände durchdrücken (Money, Money, Money..) – dabei haben die Naturschutzverbände und die Naturschutzbehörden (RP Karlsruhe) klar herausgestellt, dass Windindustrieanlagen an diesem Standort mit geltendem Naturschutzrecht nicht vereinbar sind!

Das hält das „Bündnis für Windkraft Heidelberg“ in seinen Mitteilungen und Informationsmaterialien, aber nicht davon ab gebetsmühlenartig einfach zu behaupten dass ihre Windräder am Lammerskopf selbstverständlich im Einklang mit dem Naturschutz errichtet würden.

Der NABU Heidelberg hat hierzu eine eindeutige und klare Pressemitteilung verfasst:

Siehe: https://www.nabu-heidelberg.de/arbeitskreise/ak-windkraft/pressemitteilung-b%C3%BCrgerentscheid/

Windparkplanung am Lammerskopf

Bürgerentscheid kann Naturschutzrecht nicht außer Kraft setzen

Pressemitteilung vom 21. Mai 2026

Der NABU Heidelberg widerspricht vehement der Meinung des „Bündnis für Windkraft Heidelberg“, wonach der Bau eines Windparks Lammerskopf mit dem Naturschutz vereinbar sei.

Der Lammerskopf ist ein europäisch geschütztes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-bzw. Natura2000-Gebiet) im Staatswald mit hoher ökologischer Bedeutung, insbesondere durch naturnahe Buchenwälder. Das Regierungspräsidium Karlsruhe und die Verbandsversammlung der Region Rhein-Neckar haben dieses Gebiet am 13. Dezember 2025 im Rahmen der Teilregionalplanung von Windenergienutzung ausgenommen. „Diese fachlich fundierte Entscheidung folgt dem Grundprinzip, geeignete Flächen für die Energiewende und ökologisch besonders sensible Räume klar zu trennen – und sollte Bestand haben“ sagt Andreas Kellner, Vorstandsmitglied des NABU Heidelberg.

Der NABU unterstützt den Ausbau der Windenergie ausdrücklich. Eine erfolgreiche Energiewende erfordert jedoch, Klima- und Artenschutz gemeinsam zu denken. In der Region stehen ausreichend alternative Flächen zur Verfügung, die deutlich geringere Konflikte mit dem Naturschutz aufweisen und ebenso windhöffig sind.

Die Entscheidung für den Bürgerentscheid zum Windpark Lammerskopf ist daher weder fachlich nachvollziehbar noch planerisch konsistent. Das Gebiet beherbergt wertvolle Waldlebensräume für die Wildkatze sowie streng geschützte, windenergiesensible Arten wie Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr und Mopsfledermaus.

Der Bau mehrerer Windenergieanlagen würde die Schutzziele des FFH-Gebiets erheblich beeinträchtigen und ist daher nicht genehmigungsfähig. Daran kann auch ein Bürgerentscheid nichts ändern.

Es wäre wesentlich besser gewesen, die Kosten für den Bürgerentscheid in Höhe von 300.000 € für die Förderung von direkten Klimaschutzmaßnahmen in Heidelberg zu investieren.

Zentraler Punkt im Genehmigungsverfahren ist die Zuwegung für den Windpark.

Hier wurden für den Regionalplan alle machbaren Varianten der Zuwegung in das steile und unzugängliche Gelände geprüft und unterschiedliche Lösungsvorschläge intensiv untersucht. Dennoch kommt das Regierungspräsidium Karlsruhe als Obere Naturschutzbehörde zu dem endgültigen Schluss, dass die Beeinträchtigung des FFH-Gebietes das naturschutzfachlich erlaubte Maß überschreitet.

Der Bau des Windparks am Lammerskopf würde somit eindeutig gegen geltendes europäisches Naturschutzrecht verstoßen.

Auch die Beantragung einer Ausnahmegenehmigung von den Schutzbestimmungen des FFH-Gebietes hält der NABU für chancenlos. Es müsste ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Realisierung des Projektes nachgewiesen werden. Dieses ist jedoch mit den im Teil-Regionalplan Wind ausgewiesenen Wind-Vorranggebieten bereits mehr als abgedeckt. Im Gegenteil, derzeit sind mit 2,15% der Fläche des Regionalverbands sogar rund 20% mehr Vorranggebiete ausgewiesen als gesetzlich vorgeschrieben.

Vorstand NABU Heidelberg

 

 

 

 

 

Windpark Greiner Eck: Mehr Schönrechnerei als CO2 Einsparungen

Wieviel CO2 spart denn so ein Windpark wirklich ein? (26.8.2019)

Vergleicht man die Pressemeldungen zum Greiner Eck der letzten Jahre fällt auf dass die Windpark-Betreiber ihre eigenen „Erfolgszahlen“ immer weiter nach unten korrigieren. Während beispielsweise bisher noch von 24.000 t CO2 Einsparung/Jahr die Rede war sind es im jüngsten Interview nur noch 14.000 t CO2/ Jahr.

Wir nehmen das zum Anlass die Frage der CO2 Einsparung einmal genauer zu betrachten:

Wo kommen diese Zahlen zu CO2 Einsparung überhaupt her? Die Angaben von Windparkbetreibern zur erzielten Vermeidung von CO2 beruhen nicht etwa auf Messungen sondern auf Modellrechnungen. Und je nach eingesetztem Modell und den zugrundegelegten Annahmen weichen die Ergebnisse erheblich voneinander ab – gut zu sehen am Beispiel des Windparks Greiner Eck: Im ECHO-Interview vom 14.8.20191 sprechen die Betreiber von CO2 Einsparungen von 14.0000 t CO2/ Jahr – während zeitgleich auf der Website der Betreiber von 24.000 t CO2/ Jahr die Rede ist 2 (Stand 16.8.2019) – jeweils bezogen auf eine Stromproduktion vom 28 Millionen Kilowattstunden / Jahr. Setzt man das Einsparmodell des  Umweltbundesamtes von  2017 an so kommt man bei dieser Strommenge auf einen Wert von 17.000 t CO2/Jahr3. Wir halten fest: Die Betreiber des Windparks gehen inzwischen selbst davon aus dass der Windpark pro Jahr 40% weniger CO2 einspart als bisher postulierten – bei gleicher Stromproduktion wohlgemerkt (28 Mio KWh). Und ebenso wie die Einsparungen / KWh gingen übrigens auch die Angaben zur Leistung des Windparks beständig nach unten: 2015 war gar noch von 40.000 Megawattstunden/Jahr die Rede (3.2.2015 Neckartal Nachrichten); 2016 von 35.000 Megawattsunden (28.1.2016 Frankfurter Rundschau) und seit 2017 ist noch von 28.000 Megawattstunden die Rede.

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Heidelberger Waldsymposium am 22.6.2024 ab 11:00 Uhr

Heidelberger Waldsymposium am 22.6.2024

Hochkarätig besetzt ist das Heidelberger Waldsymposium, welches am 22.6.2024 ab 11:00 Uhr am DAI in Heidelberg in Kooperation der Bürgerinitiative Waldvision Nußloch durchgeführt wird.

Gemeinsam mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut veranstaltet die Waldvision Nußloch das Heidelberger Waldsymposium am 22.6.2024 in Heidelberg.

Blick der Wissenschaft aufs Ökosystem Wald

Der Zustand des Waldes in Deutschland ist besorgniserregend: Die Dürrejahre seit 2018 zeigen sehr deutlich Auswirkungen. Der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft, die Fichte, hat mit dem Klimawandel in Deutschland keine Zukunft, aber auch die Laubbäume leiden unter der Hitze und der Trockenheit. Erkenntnisse aus der Wissenschaft, die die komplexen Zusammenhänge im Ökosystem Wald beleuchten, können Forst und Politik wichtige Hinweise geben.

Vorträge zu aktuellen Forschungsthemen

Programm

11:00 – 11:30 Uhr
Prof. Dr. Thorsten Grams
, TU München, School of Life Science
KROOF: ein mehrjähriges Experiment zur Auswirkung von Trockenheit auf das Baumwachstum

11:30 – 12:00 Uhr
Dr. Michael Staab, TU Darmstadt, Fachbereich Biologie
Biodiversitätsverlust im Wald am Beispiel von Insekten

12:00 – 12:30 Uhr
Prof. Dr. Rainer Luick, Emeritus der Hochschule Rottenburg
Das Narrativ von der Klimaneutralität der Ressource Holz

12:30 – 14:00 Uhr
Diskussionsrunde unter der Leitung von Dr. Lutz Fähser, Leitender Forstdirektor i. R. und Begründer des Lübecker Modells der naturnahen Waldbehandlung

Durch das Programm führt Dr. Gerlind Wallon, Waldvision Nußloch

Wissenschaft, Politik, Forstwirtschaft im Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern

Mit dem Heidelberger Waldsymposium soll eine Möglichkeit der Information und des Austausches zwischen Wissenschaft, Bürgerinnen und Bürgern, Politik und Forstwirtschaft geschaffen werden. Ziel ist es, den Wald als intaktes Ökosystem zu erhalten.

So folgt im Anschluss an die Vorträge von Thorsten Grams, Michael Staab und Rainer Luick eine Diskussionsrunde mit allen Sprechern unter der Leitung von Lutz Fähser, dem Begründer des Lübecker Konzepts.

Lutz Fähser zurück in Heidelberg

Dr. Lutz Fähser hat Forstwissenschaft in Freiburg und München studiert. Im Stadtwald Lübeck entwickelte er ein ökologisch-sozial orientiertes Konzept des “Naturnahen Waldnutzens”. Bis heute begleitet er waldbezogene Projekte in über 30 Ländern.

Auch unsere Bürgerinitiative hat Lutz Fähser in der Vergangenheit mehrfach beraten und unterstützt. Im letzten Jahr hat er außerdem in Nußloch einen eindrücklichen Vortrag zum Thema “Strategien der Waldbehandlung” gehalten. Eindrücke von diesen Besuchen gibt es in unserem YouTube-Kanal.

So freuen wir uns insbesondere auf ein Wiedersehen mit Lutz Fähser!

Eintrittskarten fürs Heidelberger Waldsymposium

Eintrittskarten sind über das DAI Heidelberg verfügbar.

Die Preise bewegen sich im Bereich von 4,90 € für Mitglieder bis 9,90 € als normalem Tarif. Ermäßigte Tickets kosten 5,90 €.

Tickets an der Abendkasse sind – soweit noch verfügbar – gegen Aufpreis auf die genannten Tarife zu erwerben.

  • Datum: Samstag, 22.6.2024
  • Uhrzeit: 11:00 Uhr
  • Veranstaltungsort: Deutsch-Amerikanisches Institut, Sofienstr. 12, 69115 Heidelberg

Wir freuen uns auf eine weitere spannende Veranstaltung!

Lärm: Genehmigungen für alle Windräder in Frankreich entzogen – auch rückwirkend

In einer aufsehenerregenden Entscheidung hat der Staatsrat in Frankreich sämtliche Genehmigungen für Windkraftanlagen für ungültig erklärt – auch rückwirkend. Grund ist die Lärmbelästigung der die Anwohner durch die Anlagen ausgesetzt sind. Nachdem in Frankreich bereits Gerichte von Windradlärm betroffenen Anwohnern Schadensersatzzahlungen zugesprochen hatten konnte sich der Umweltdachverband „Federation Environnement Durable“ mit seiner Klage beim Staatsrat durchsetzen: Die bisherigen Regelungen sind ungültig. Solange die akustische Belästigung durch Windräder nicht neu eingestuft ist dürfen in Frankreich keine Windkraftanlagen genehmigt werden.

In Deutschland werden die Probleme die durch die Schallentwicklung der Anlagen entstehen nach wie vor als Vorwand von NIMBYS oder hypersensibler Individuen auf die man leider keine Rücksicht nehmen könne abgetan.

Conseil d’État : Annulation historique des autorisations éoliennes, impact crucial sur l’avenir énergétique français

Windkraftanlagen in den Heidelberger Wäldern

Die BI  https://prowaldprowind.de/ bittet um Unterstützung.

In wenigen Tagen endet die Offenlegung des Teilregionalplans für die Ausweisung der Windindustriezonen des Verbands Region Rhein-Neckar.
Die BI weist darauf hin, dass es wichtig ist eine Einwendung zu schreiben, so dass der Heidelberger Wald geschützt bleibt.
Weitere Informationen und Hilfen beim Einspruch formulieren findet man  auf https://www.tiefburg.de/Aktuell.htm unter Einspruchsmöglichkeit vom 5.3. – 13.5.2024 gegen die geplanten Windindustriezonen im Handschuhsheimer Wald und 

https://prowaldprowind.de/

Petition: Nein zu Windkraftanlagen auf Hohem Nistler und Weißer Stein

Schon vor einigen Jahren haben wir uns erfolgreich gegen Windkraftanlagen im baden-württemberischen Odenwald und an der Bergstraße gewehrt. Jetzt hat die Politik erneut ökologisch sensible Waldgebiete für den Bau von Windkraftanlagen an den VRRN (Verband Region Rhein-Neckar) gemeldet. Das gilt es erneut zu verhindern. Die Argumtente haben sich nicht geändert.

Die BI ProWaldProWind Heidelberg hat eine Online-Petition gestartet (siehe unten).

Petition: http://www.openpetition.de/!qvqyw

 

 

Odenwald Doku „End of Landschaft“: Nun auch als Stream oder DVD verfügbar

Die Kino Dokumentation über die Umwandlung des Odenwaldes in ein Windindustriegebiet von 2018 „End of Landschaft – wie Deutschland sein Gesicht verliert“ von Jörg Rehmann ist nun auch als DVD (z.B. hier oder hier) oder über Streaming Dienste (z.B. Vimeo oder Amazon) verfügbar.

Weitere Infos bei Jörg Rehmann

Trailer:  End of Landschaft

 

Wissenschaftler fordern: Keine Windenergie im Wald

Der Konflikt zwischen Naturschutz und regenerativer Energiegewinnung eskaliert zusehends.

Leseempfehlung: Publikation des Naturschutzverbandes NI (Naturschutzinitiative e.V.)

Wissenschaftler fordern: Keine Windenergie im Wald

 Weitere Informationen auf der Seite der NI

 

Ferner sei bei dem Thema Windkraft im Wald erneut auf bereits bestehende Studien hingewiesen :